Bleib stehen, wo du bist, und markier die Stelle. Das gilt hier wie überall: Ein Ring liegt fast immer näher, als man denkt.
Was in der Schweiz anders ist, steht weiter unten — und es ist nicht nur Gutes. Das Suchen mit einem Metalldetektor ist hier in jedem Kanton bewilligungspflichtig.
Am Wasser: an den Badestellen am Zürichsee, am Vierwaldstättersee, am Zuger See, am Thuner- und Brienzersee, am Bielersee und am Genfersee. Viele Einstiege sind flach und kiesig, und Kies ist gutes Gelände — der Ring liegt obenauf oder ein paar Zentimeter darunter. Wo es gleich steil abfällt, wie am Walensee, zählt vor allem, wie tief du gestanden bist.
Im Schnee: beim Handschuhausziehen an der Bergstation, neben der Piste, beim Schlittenziehen. Schnee ist besseres Suchgelände, als es sich anfühlt — der Ring bleibt liegen, wo er hingefallen ist, und wandert nicht.
Und auf der Wiese: im Park, im Garten, auf dem Sport- oder Spielplatz, beim Grillen. Gras sieht nach einem hoffnungslosen Fall aus und ist in Wahrheit einer der dankbarsten Böden überhaupt.
Das ist die unangenehme Stelle, und wir schreiben sie lieber hin, als dass du sie später erfährst. In der Schweiz ist die Suche mit einem Metalldetektor Sache der Kantone — und in allen 26 ist sie bewilligungspflichtig. Ohne Bewilligung der kantonalen Archäologie darf niemand mit einem Detektor über den Boden gehen, auch nicht im eigenen Garten.
Das Gesetz zielt eigentlich auf archäologische Funde, nicht auf deinen Ehering. Nur macht es beim Gerät keinen Unterschied: Der Kanton St. Gallen schreibt ausdrücklich, dass zwischen Kinderspielzeug und professionellem Gerät nicht unterschieden wird. Wer dort ohne Bewilligung sucht, riskiert eine Busse von bis zu 30'000 Franken.
Dazu kommt, dass die Kantone es sehr verschieden handhaben. Manche geben zurzeit gar keine neuen Bewilligungen aus, andere führen Wartelisten über ein Jahr, und wo es welche gibt, hängen Bedingungen daran — Mindestalter, Wohnsitz im Kanton, ein Erstgespräch, eine Dokumentationspflicht für jeden Fund.
Was das praktisch für dich heißt: Mit den Augen, mit den Händen und mit einer Taschenlampe suchen darfst du natürlich, so viel du willst. Sobald ein Gerät ins Spiel kommt, ist die Person verantwortlich, die es bedient — und du darfst sie ruhig fragen, ob sie für diesen Kanton eine Bewilligung hat. Eine ehrliche Antwort darauf sagt dir mehr über jemanden als jedes Profil.
Melde den Verlust bei der Gemeinde und bei der Polizei, und wenn es in einem Bad, einem Restaurant oder einer Bergbahn passiert ist, frag dort direkt nach. Ein erstaunlich großer Teil aller Ringe wird nie gesucht, sondern abgegeben.
Selber suchen können wir nicht. Aber wir kennen Leute, die das gerne für dich tun.
Ehrlich zur Schweiz: Bei uns hat sich hier noch niemand als Sucher angemeldet. Deine Anfrage kannst du trotzdem stellen — sie ist dann da, sobald jemand dazukommt. Wir sagen dir das lieber jetzt, als dich warten zu lassen.
Wer sucht, sieht nur einen Umkreis von rund fünf Kilometern, nie den genauen Punkt. Den bekommt allein die Person, für die du dich entscheidest.
Über Retrievly läuft kein Geld. Wenn du dich bedanken möchtest, machst du dir das direkt mit der Person aus.
Zwei Dinge entscheiden das meiste: wie schnell die Anfrage online geht und wie eng du die Stelle eingrenzen kannst. Am selben Tag und mit einem Punkt, an den man sich stellen kann, ist das eine ganz andere Aufgabe als eine große Fläche zwei Wochen später. In der Schweiz kommt dazu, dass die Person eine kantonale Bewilligung braucht, um überhaupt mit einem Gerät loszugehen — frag sie danach. Und wir überprüfen niemanden, der sich meldet: Schau dir das Profil an und trefft euch an einem öffentlichen Ort.
Anfrage postenStöbern geht ohne Konto. Anmelden musst du dich erst zum Posten.
Kenny schnorchelt seit Jahren in der Donau und holt dabei ständig Sachen hoch, die anderen gehören: Geldbörsen, der Ausweis noch drin, Handys, Schlüssel. Daraus ist Retrievly entstanden.
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