Ein Hobby-Sondengänger aus deiner Gegend. Du erreichst ihn über einen Verein, über ein Verzeichnis wie The Ring Finders oder über Retrievly, und was es kostet, macht ihr euch vorher direkt aus.
Retrievly ist eine Plattform: Sie bringt Leute, die einen Ring im Sand verloren haben, mit Sondengängern aus der Nähe zusammen. Eine Anfrage einzustellen ist kostenlos. Die Seite betreiben wir selbst, das sagen wir gleich dazu. Der Rest stimmt trotzdem.
Das Wichtigste zuerst: Den Preis macht fast nie der Dienst, sondern die Person, die losgeht. Zwei Zusagen für denselben Ring können weit auseinanderliegen, und beide sind in Ordnung. Frag vorher, nicht nachher.
Üblich sind drei Bestandteile in verschiedenen Mischungen: die Fahrtkosten, ein Betrag fürs Kommen und ein Finderlohn, wenn der Ring wieder da ist. Manche nehmen nur das Letzte, manche nur das Erste, manche gar nichts. Das ist Verhandlungssache zwischen euch beiden.
Und eine Regel, die überall gilt: Zahl nichts im Voraus an jemanden, den du nicht kennst. Wer Geld will, bevor er überhaupt losgefahren ist, ist kein guter Anfang.
Zwei Dinge gelten fast überall, und sie werden ständig verwechselt.
In Österreich steht das in § 10 des Denkmalschutzgesetzes, und der Satz nennt die Sonde ausdrücklich:
“Die Nachforschung nach archäologischen Denkmalen an Ort und Stelle, sei es durch Veränderungen der Erdoberfläche bzw. des Grundes unter Wasser (Grabungen), sei es durch Verwendung von Metallsuchgeräten oder systematische Messungen oder andere archäologische Prospektionsmethoden, ist ohne Bewilligung des Bundesdenkmalamtes verboten.”
Absatz 2 geht weiter, und den übersieht fast jeder: Auf Grundstücken, auf denen geschützte archäologische Denkmale liegen, ist jede Verwendung einer Sonde ohne Bewilligung verboten. Nicht nur die Suche danach, sondern jede. Wer bei dir sucht, soll also wissen, wo er steht.
In Deutschland ist Denkmalschutz Ländersache, und die Länder machen es unterschiedlich. In Niedersachsen braucht die Suche eine Nachforschungsgenehmigung nach § 12 NDSchG, in Bayern gibt es dieses Instrument in der Form nicht. Frag deinen Sucher, für welches Bundesland er das geklärt hat.
In Italien gibt es seit März 2022 den Artikel 707-bis im Strafgesetzbuch. In archäologischen Gebieten, archäologischen Parks und ausgewiesenen Zonen archäologischen Interesses ist schon der Besitz einer Sonde ohne nachvollziehbaren Grund strafbar, mit bis zu zwei Jahren und fünfhundert bis zweitausend Euro. Außerhalb dieser Gebiete gilt das nicht.
In Spanien regeln es die autonomen Gemeinschaften. Auf den Kanaren heißt das: Dünen und katalogisierte Fundstätten sind gesperrt, der normale Strand ist es nicht. Ring am Strand verloren auf Teneriffa.
Und überall gilt: Kommt etwas Altes zum Vorschein, gehört es weder dir noch dem Sucher, und es gibt eine Meldepflicht. In Italien sind das vierundzwanzig Stunden.
Das kommt vor, und eine ehrliche Antwort ist dir lieber als eine ausweichende. Probier den Sondengängerverein in deinem Bundesland. Probier The Ring Finders, wenn es im Ausland passiert ist. Frag im Tauchclub, wenn der Ring im Wasser liegt, weil das ohnehin eigene Ausrüstung braucht.
Uns ist lieber, du bekommst deinen Ring über jemand anderen zurück als gar nicht.
Er bleibt deiner. Du hast ihn verloren und nicht hergegeben, und daran ändert das Suchen nichts. Wer ihn findet, gibt ihn dir zurück.
Was ihr euch vorher ausgemacht habt, gilt dann auch. Deshalb macht es euch vorher aus und nicht an der Stelle, an der er den Ring schon in der Hand hat.
Retrievly ist die fünfte Variante von der Liste oben. Wir suchen nicht selbst, wir bringen dich mit Leuten zusammen, die das gerne machen.
Der Unterschied zum Telefonieren ist der Zeitpunkt: Du kannst um zwei Uhr früh aus dem Hotelbett eine Anfrage einstellen, mit Foto und einem Punkt auf der Karte, und musst nicht warten, bis irgendwo jemand ans Telefon geht.
Öffentlich sieht man einen groben Kreis, nie deinen genauen Punkt. Den bekommt nur die Person, für die du dich entscheidest, und erst dann.
Über Retrievly läuft kein Geld, und die Seite ist kostenlos. Ein Dankeschön machst du dir direkt mit dem Sucher aus.
Wir sind neu, und es kann gut sein, dass bei dir noch niemand angemeldet ist. Dann gehen wir jemanden suchen und schicken ihm deine Anfrage. Und wir überprüfen niemanden, der sich meldet: Schau dir das Profil an und trefft euch an einem öffentlichen Ort.
Anfrage postenStöbern geht ohne Konto. Anmelden musst du dich erst zum Posten.
Kenny schnorchelt seit Jahren in der Donau und holt dabei ständig Sachen hoch, die anderen gehören: Geldbörsen, der Ausweis noch drin, Handys, Schlüssel. Daraus ist Retrievly entstanden.
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