
Friedrichsbrücke, Berlin · Foto: Nikoloz Gachechiladze / Unsplash
Bleib stehen, wo du bist. Ob im Sand am Wannsee oder von der Kaimauer in den Kanal: Ein Ring oder eine Kette wandert nicht weit. Meistens liegt das Stück ziemlich genau dort, wo es dir entwischt ist.
Die Seen und die Kanäle erreichst du alle mit den Öffentlichen. Du kannst selbst noch einmal hinfahren, und wer für dich sucht, kann das auch.
Wannsee. Das Strandbad hat einen langen Sandstrand, und an einem heißen Tag liegen dort Tausende. Ein Ring, der beim Eincremen oder Abtrocknen runterrutscht, ist nach ein paar Schritten im Sand verschwunden. Nicht graben: Lockerer Sand rutscht nach und nimmt ihn mit nach unten. Im flachen Wasser davor sucht man mit einer wasserdichten Sonde.
Tegeler See. Inseln, Stege, viele Boote. Hier passiert es oft vom Steg oder vom Boot aus, und dann zählt, an welchem Steg genau und wie weit draußen. Auf offenem Wasser vom Boot ist es eher etwas für jemanden, der taucht, als für eine Sonde vom Ufer.
Müggelsee. Der größte See der Stadt, draußen in Köpenick, mit Strandbädern und freien Badestellen rundherum. Schreib dazu, an welchem Ufer du warst. „Am Müggelsee“ allein hilft bei dieser Größe niemandem weiter.
Hier geht niemand baden, hier passiert es anders. Du sitzt auf der Kaimauer, lehnst an einem Brückengeländer oder winkst vom Ausflugsschiff, und der Ring ist weg. Abends auf der Admiralbrücke oder am Maybachufer, das Bier in der Hand.
Was dort hineinfällt, sinkt in den Schlamm und bleibt liegen. Wer Videos vom Magnetfischen in Berlin kennt, weiß, wie viel da unten ist. Ein Magnet holt aber nur, was aus Eisen ist. Gold und Silber bleiben liegen, und viele Schlüssel auch, weil sie aus Messing sind. Für einen Ring im Kanal braucht es jemanden, der mit Sonde ins Wasser geht oder taucht.
Ehrlich gesagt ist das die schwierigere Suche. Spree und Landwehrkanal sind Wasserstraßen mit Schiffsverkehr, das Wasser ist trüb, und ob und wo jemand hinein darf, klärt er vorher. Je genauer du die Stelle kennst, welche Brücke, welche Seite, welche Laterne, desto eher lohnt es sich.
Denkmalschutz ist in Deutschland Sache der Länder, in Berlin gilt das Berliner Denkmalschutzgesetz. Wer gezielt nach Altem im Boden sucht, braucht eine Genehmigung der Denkmalbehörde. Wer deinen Ring sucht, sucht nichts Altes. Kommt trotzdem etwas Altes zum Vorschein, meldet er es dem Landesdenkmalamt.
Ob an einem Ufer Naturschutz gilt, ob ein Strandbad die Suche erlaubt und ob jemand in einen Kanal steigen darf, klärt der Sucher vorher. Verantwortlich dafür ist, wer sucht. Retrievly prüft keine Genehmigungen.
Was in Berlin gefunden und abgegeben wird, sammelt das Land an einer Stelle, am Platz der Luftbrücke in Tempelhof. Frag dort nach, auch nach ein paar Tagen noch. War es in der U-Bahn, in der Tram oder im Bus, frag bei der BVG, und im Strandbad direkt an der Kasse.
So geht es den meisten. Aufgeben musst du deshalb nicht. Im See und im Kanal bewegt sich ein Ring kaum, und du musst nicht dabei sein, damit jemand sucht. Welcher Ort, welche Stelle, welcher Tag, wie tief: Mehr braucht es für den Anfang nicht.
Wir suchen nicht selbst. Retrievly bringt dich mit Leuten zusammen, die mit der Sonde unterwegs sind und Verlorenes gern zurückbringen.
Kann sein, dass in deiner Ecke von Berlin noch niemand angemeldet ist. Dann suchen wir jemanden für dich: Du stellst die Anfrage ein, wir fragen in Foren und Gruppen nach und schicken den Link weiter.
Öffentlich sieht man nur einen groben Kreis von etwa fünf Kilometern, nie deinen genauen Punkt. Den bekommt nur der Sucher, den du dir aussuchst.
Die Anfrage kostet nichts, und über Retrievly läuft kein Geld. Ein Dankeschön machst du direkt mit dem Sucher aus.
Am meisten bringt eine Anfrage, die bald online ist und die Stelle genau beschreibt. Wir überprüfen niemanden, der sich meldet: Schau dir das Profil an und trefft euch tagsüber, wo Leute sind.
Anfrage postenStöbern geht ohne Konto. Anmelden musst du dich erst zum Posten.
Kenny schnorchelt seit Jahren in der Donau und holt dabei ständig Sachen hoch, die anderen gehören: Geldbörsen, der Ausweis noch drin, Handys, Schlüssel. Daraus ist Retrievly entstanden.
Mehr über Kenny