Geh noch nicht aus dem Wasser. Ein Ring sinkt im See fast senkrecht ab und bleibt liegen, wo er aufkommt.
Am Attersee, am Mondsee und am Wolfgangsee geht es oft schon nach ein paar Metern steil hinunter. Darum zählt hier vor allem eins: wie tief du gestanden bist.
Die Salzkammergutseen sind tiefe, klare Alpenseen. Im Strandbad gehst du über Kies oder Sand gemütlich hinein, dann kommt irgendwann die Kante, und dahinter wird es schnell tief. Liegt der Ring vor der Kante, ist das eine Arbeit für die Sonde. Liegt er dahinter, braucht es jemanden, der taucht.
Gold verändert sich im Wasser nicht, und eine Strömung, die es wegträgt, gibt es im See nicht. Ob in einer Woche oder morgen gesucht wird, macht beim Ring selber kaum einen Unterschied. Bei deiner Erinnerung an die Stelle schon.
Attersee: Weyregg am Ostufer, Kammer ganz im Norden, Unterach im Süden. Der See ist groß, mit dem Ort allein kann ein Sucher wenig anfangen. Er braucht das Bad, den Steg oder das Hotel davor.
Mondsee: die Bucht beim Markt Mondsee mit ihrem Strandbad, und St. Lorenz am Nordufer. Er gilt als der wärmste See im Salzkammergut, und im Sommer ist entsprechend viel los.
Wolfgangsee: St. Wolfgang, Strobl, St. Gilgen. Strobl und St. Gilgen gehören schon zu Salzburg, St. Wolfgang zu Oberösterreich. Für deinen Ring ist das egal. Für die Regeln, an die sich der Sucher hält, nicht.
Den Hallstätter See haben wir mit Absicht weggelassen. Am Salzberg über Hallstatt liegt eine der bekanntesten Fundstellen der Urgeschichte, dort wird bis heute gegraben. Mit einer Sonde hat dort niemand etwas verloren.
Wie sich Kies, Sand und Schlamm unter Wasser verhalten, steht hier: Ring im See verloren.
Auf diesen Seen sind viele mit Boot, Segelboot oder SUP unterwegs. Fällt der Ring draußen ins Wasser, schreib in die Anfrage, wie weit vom Ufer du ungefähr warst. Dort ist es fast immer zu tief für eine Sonde. Wer sich meldet, sagt dir ehrlich, ob er so weit kommt.
Eine Regel in Oberösterreich, die Metallsuchgeräte am See verbietet, haben wir nicht gefunden. Ein paar Sachen gelten aber trotzdem.
Das Ufer ist geschützt. Bis 500 Meter vom See landeinwärts braucht laut Oö. Natur- und Landschaftsschutzgesetz (§ 9) vieles eine Bewilligung, was in die Landschaft eingreift. Am Attersee und am Mondsee nehmen eigene Verordnungen die öffentlichen Strandbäder davon aus. Ins Schilf und an ein naturbelassenes Ufer geht trotzdem niemand mit der Schaufel. Am Salzburger Ufer vom Wolfgangsee gilt das Salzburger Gesetz, und auch dort bleibt das Schilf in Ruhe.
Dann die Pfahlbauten. Im Attersee liegen drei Siedlungen aus der Jungsteinzeit, die zum UNESCO-Welterbe gehören: zwei bei Abtsdorf in der Gemeinde Attersee am Attersee und eine bei Litzlberg in Seewalchen. Eine vierte liegt im Mondsee, beim Ort See, der zu Unterach gehört. Wo ein geschütztes Bodendenkmal liegt, braucht jede Sonde eine Bewilligung vom Bundesdenkmalamt, egal wonach man sucht (Denkmalschutzgesetz, § 10 Abs. 2). Dort sucht also niemand nach deinem Ring.
Und der Grund gehört jemandem, dem Strandbad, dem Hotel oder der Gemeinde. Wer sucht, fragt dort vorher.
Kommt doch einmal etwas Altes zum Vorschein, gilt dasselbe wie überall in Österreich: melden und die Stelle lassen, wie sie ist. Wie das geht, steht in Sondeln in Österreich. Für all das ist verantwortlich, wer sucht. Retrievly prüft keine Genehmigungen.
Das passiert den meisten. Aufgeben musst du deswegen nicht, und dabei sein musst du auch nicht. Welcher See, welches Bad, welcher Tag und wie tief du gestanden bist: Damit kann jemand anfangen.
Wir suchen nicht selber. Wir bringen dich mit Leuten zusammen, die in ihrer Freizeit mit der Sonde unterwegs sind und sich freuen, wenn sie etwas zurückgeben können.
Im Salzkammergut sind wir neu, und vielleicht ist bei deinem See noch niemand angemeldet. Dann kümmern wir uns darum: Du stellst die Anfrage ein, und wir tragen sie in die Foren und Gruppen der Gegend.
Öffentlich sieht man nur einen groben Kreis. Den genauen Punkt bekommt nur der Sucher, für den du dich entscheidest.
Über Retrievly läuft kein Geld. Ein Dankeschön machst du dir direkt mit dem Sucher aus.
Am meisten zählt, wie schnell die Anfrage online ist und wie genau du die Stelle beschreibst. An einem See, der so schnell tief wird, gehört die Tiefe unbedingt dazu. Wir überprüfen niemanden, der sich meldet: Schau dir das Profil an und trefft euch untertags, wo Leute sind.
Anfrage postenStöbern geht ohne Konto. Anmelden musst du dich erst zum Posten.
Kenny schnorchelt seit Jahren in der Donau und holt dabei ständig Sachen hoch, die anderen gehören: Geldbörsen, der Ausweis noch drin, Handys, Schlüssel. Daraus ist Retrievly entstanden.
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