Halt die Stelle so genau fest, wie es nur geht: ein Pin am Handy, zwei Fotos und ein fixer Punkt daneben. Dann sag es den Leuten vom Strandbad und melde den Verlust beim Fundamt der Gemeinde. Und noch vor der Abreise auf Retrievly eine Anfrage stellen. Dann kann ein Sucher aus der Gegend auch hingehen, wenn du schon daheim bist.
Der Ring ist meistens nicht weg. Er liegt fast immer dort, wo er abgegangen ist, nur ein Stück tiefer. Was dir fehlt, ist die Zeit.
Pin setzen. In Google Maps oder Apple Karten lang auf die Stelle drücken und den Pin speichern. Dort, wo du gestanden bist, nicht dort, wo das Handtuch liegt.
Zwei Fotos. Eins von nah, eins von weiter weg. Auf dem zweiten muss etwas sein, das morgen auch noch dort steht: die Schirmnummer, ein Rettungsturm, eine Bar, eine Stiege, ein Felsen.
Warst du im Wasser? Dann schätz ab, wie tief es war, bis zum Knie, bis zur Hüfte, bis zur Brust. Und fotografier vom Ufer aus in die Richtung, in der du gestanden bist.
Uhrzeit aufschreiben. Daraus weiß der Sucher später, wie weit das Wasser gerade herauf gekommen ist.
Nicht graben. Mit jedem Griff rutscht der Ring tiefer, und aus einem Fleck wird eine große Fläche.
Wem du es vor Ort sagst
Zuerst dem Strandbad oder der Strandaufsicht. In Italien und Spanien sind viele Strände verpachtet, und wer dort arbeitet, sieht in der Früh, was die Reinigung aus dem Sand holt. Lass eine Telefonnummer oder eine E-Mail-Adresse da. Manche Strandbäder heben Fundsachen selbst auf, statt sie weiterzugeben. Frag also direkt nach.
Dann dem Fundamt der Gemeinde. Wer einen fremden Ring findet, muss ihn dort abgeben, in Italien, in Spanien und in Kroatien gleichermaßen. Bist du dort schon als Besitzer eingetragen, kann man dich anrufen. In Italien ist dafür meistens die Polizia Locale zuständig, in Spanien die Oficina de Objetos Perdidos. In Kroatien nimmt vielerorts die Polizei Fundsachen an, frag dort nach, wer im Ort zuständig ist.
Braucht deine Versicherung eine Bestätigung über den Verlust, dann hol sie dir, solange du noch dort bist. Von daheim aus ist das mühsam.
Die Anfrage vor dem Heimflug
Du musst bei der Suche nicht dabei sein. Ein Sucher braucht den Strand, den Tag, deinen Pin und die Fotos. In deiner Anfrage steht das alles an einem Ort.
Stell sie ein, solange du noch dort bist. Vor Ort kannst du ein Foto nachholen oder die Stelle genauer beschreiben. Daheim wird aus dem Punkt schnell eine ganze Bucht.
Wer deine Anfrage sieht, sieht nur einen groben Umkreis. Den genauen Pin bekommt erst der Sucher, den du auswählst.
Retrievly ist neu. Kann gut sein, dass in dieser Gegend noch niemand angemeldet ist. Dann machen wir uns auf die Suche nach jemandem in der Nähe, der hingehen kann. Anfrage stellen
Wenn er gefunden wird und du schon daheim bist
Wie der Ring zu dir kommt, machst du direkt mit dem Sucher aus. Retrievly verschickt nichts und organisiert keinen Versand. Ob per Post, über jemanden, der noch vor Ort ist, oder beim nächsten Urlaub, das klärt ihr zwei miteinander. Einen Finderlohn vereinbart ihr genauso direkt.
Sand, Wellen, Kies: wie es um deinen Ring steht
Im Sand wandert ein Ring kaum. Ein Goldring ist schwer und sinkt gerade nach unten, meistens nur ein paar Zentimeter.
Dort, wo die Wellen brechen, wird der Sand dauernd umgeschichtet. Ein Ring sackt dabei nach unten, bis er auf festeren Grund trifft. Nach einem Sturm kann er tiefer liegen als vorher. Weit weg ist er deshalb meistens nicht.
Am Mittelmeer und an der Adria ist der Unterschied zwischen Ebbe und Flut klein. Das hilft dir: Die Stelle auf deinem Foto schaut morgen fast gleich aus.
Kies und Steine sind mühsamer. In Kroatien und an vielen Stränden in Italien rutscht ein Ring zwischen die Kiesel und arbeitet sich mit jeder Welle ein Stück hinunter. Ein Detektor hört ihn durch die Steine durch, nur das Ausgraben dauert. Auf Felsplatten landet er oft in einer Spalte. Da hilft eine Taucherbrille manchmal mehr als eine Sonde.
Der eigentliche Zeitdruck ist die Strandreinigung. Wo in der Früh oder am Abend Maschinen durch den Sand fahren, kann ein Ring, der ganz oben liegt, mitgehen. Deshalb gehört das Strandbad an die erste Stelle deiner Liste.
Findet er: Ringe aus Gold, Silber und Platin, auch einen schmalen Ehering, im trockenen Sand, im Kies und im seichten Wasser.
Schwieriger: ganz dünnes Gold und nasser Salzsand, der selbst ein Signal gibt. Dafür braucht es ein Gerät, das für den Strand gebaut ist.
Klingt fast gleich: Flaschendeckel, Alufolie, Dosenlaschen. Wer sucht, gräbt deshalb vieles aus, bis der Ring dabei ist.
Findet er nicht: einen Stein, der aus der Fassung gefallen ist. Ohne Metall kein Signal.
Nicht ohne Taucher: alles, was so tief liegt, dass man nicht mehr stehen kann.
Darf dort überhaupt jemand suchen?
Das ist von Land zu Land verschieden, in Italien manchmal von Gemeinde zu Gemeinde. Manche Gemeinden verbieten die Sonde am Strand während der Badesaison. Auf Mallorca gelten eigene Regeln, und in Kroatien ist das Sondeln stark eingeschränkt. Das zu klären ist Sache des Suchers, nicht deine.
Wir suchen nicht selbst. Wir bringen deine Anfrage zu Leuten, die mit der Sonde an den Strand gehen, weil ihnen das Spaß macht.
Die meisten machen das in ihrer Freizeit. Am liebsten ist ihnen der Moment, in dem sie etwas zurückgeben.
Deine genaue Stelle bleibt bei dir
Wer sucht, sieht einen groben Kreis. Deinen genauen Punkt bekommt nur der Sucher, den du auswählst.
Es kostet dich nichts
Über Retrievly fließt kein Geld. Ob und wie du dich bedankst, machst du direkt mit dem Sucher aus.
Zwei Dinge entscheiden fast alles: wie bald die Anfrage drin ist und wie eng du die Stelle eingrenzen kannst. Ein Pin und zwei Fotos vom selben Tag sind eine ganz andere Suche als eine halbe Bucht drei Wochen später. Retrievly prüft niemanden. Trefft euch bei Tageslicht an einem öffentlichen Ort.
Stöbern geht ohne Konto. Anmelden musst du dich erst zum Posten.
Häufige Fragen
Ich fliege in zwei Tagen heim. Lohnt sich eine Suche noch?
Ja. Ein Ring bleibt meistens nahe der Stelle, an der er abgegangen ist. Halt die Stelle mit Pin und Fotos fest und stell die Anfrage vor der Abreise. Gesucht werden kann auch, wenn du schon weg bist.
Muss ich dabei sein, wenn gesucht wird?
Nein. Der Sucher braucht Strand, Tag, Pin und Fotos. Den genauen Pin bekommt nur der Sucher, den du auswählst.
Wo melde ich den Verlust vor Ort?
Beim Strandbad oder bei der Strandaufsicht und beim Fundamt der Gemeinde. In Italien ist das meistens die Polizia Locale, in Spanien die Oficina de Objetos Perdidos. Wer einen Ring findet, muss ihn dort abgeben.
Wie kommt der Ring zu mir nach Hause?
Das machst du direkt mit dem Sucher aus. Retrievly verschickt nichts und organisiert keinen Versand.
Findet ein Metalldetektor einen Ring zwischen Kieselsteinen?
Ja, das Signal geht durch die Steine. Das Ausgraben dauert länger als im Sand, und aus einer Felsspalte holt man ihn oft nur mit der Hand.
Wie tief liegt ein Ring nach ein paar Tagen im Sand?
Meistens ein paar Zentimeter. Wellen und Sturm können ihn tiefer drücken, weit weg tragen sie ihn selten.
Wer das schreibt
Kenny schnorchelt seit Jahren in der Donau und holt dabei ständig Sachen hoch, die anderen gehören: Geldbörsen, der Ausweis noch drin, Handys, Schlüssel. Daraus ist Retrievly entstanden.